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Goldener Oktober






 

Der ehemalige Gerlachsheimer Gemeindewald spiegelt die örtlichen Verhältnisse des gesamten Stadtwaldes von Lauda-Königshofen wieder. Der Distrikt Reussen auf der Kuppe des Herrenbergs steht für die äusserst wuchsschwachen trockenen flachgründigen waldgebiete aus Aufforstungen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts (geschätzter Anteil 10%).

Der Distrikt Weidenseil oberhalb der Marbacher Weinberge repräsentiert die mässig trockenen Taubertal-Waldstandorte (Anteil 20%). Der Distrikt Oberholz enthält Kalkverwitterungslehme mit weit fortgeschrittener Bodenentwicklung, d.h. durchschnittliche Waldstandorte (Anteil 45%). Die Lößlehmüberlagerungen im östlichen Teil repräsentieren die Spitzenstandorte des Stadtwalds (Anteil 20%).

Der Distrikt Oberholz war in 20 flächengleiche Schläge von "6 Morgen 226 Ruthen" eingeteilt; in jedem Jahr wurde das Unterholz eines Schlages als Brennholz genutzt, das Oberholz aus starken Eichen als Bauholz. Die Reste des Mittelwaldes, bestehend aus starken Eichen, sind noch auf 16,5 Hektar vorhanden. Es handelt sich um einen der besten alteichenbestände des Stadtwalds. Da die Bäume früher einzeln genutzt wurden und der Nachwuchs einzelner Bäume zum Einwachsen ins Oberholz herausgepflegt wurde, sind die alten Eichen unterschiedlich alt und von unterschiedlicher Stärke.

Ziel ist es, sukzessive schlechte Exemplare zu entnehmen und "reife" Eichen zu ernten. Die noch schwächeren Exemplare haben dann Zeit kräftiger zu werden. Damit kann das Wachstum noch einige Jahrzehnte gestreckt werden. Die jüngeren Bestandteile des Oberholzes sind Nachfolgebestände.

Im Forst zeigen sich bei genauer Beobachtung die typischen Präferenzen der jeweiligen Zeit. In den 20er Jahren pflanzte man vermehrt Fichten, um die Nutzungslücken rasch aufzufüllen. Nachdem man dann standortkundliche Erfahrungen gesammelt hatte, wurden Eichen angepflanzt. Nach dem Krieg auf den mässig trockenen Standorten wurden die schnell wachsenden Kiefern eingesetzt.

Der Distrikt Weidenseil entstand vermutlich aus einer Aufforstung im 18. Jahrhundert. Die "Dannen" oder Nadelbäume (Kiefern) wurden 1840 bis 1850 abgeholzt und wieder mit Kiefern für die nächste Generation ausgesät. Aufgrund der flachgründigen Standorte war die damalige Entscheidung für die Aufforstung mit den anspruchslosen Kiefern richtig. Das Laubholz ist entweder natürlich eingewandert oder wurde nachträglich durch Unterpflanzung eingebracht.

Die Kiefern sind nun 160 Jahre alt: Einzelne Bäume sterben den Alterstod, andere werden vom begleitenden Laubholz zum Absterben gebracht, indem ihre Kronen eingeengt werden. Dazu kommen verschärfend die Auswirkungen des mässig trockenen Standorts auf die Vitalität der Bäume. Ferner beginnt die Stammfäule und entwertet das beste Holz.

Im letzten Jahr wurden abgängige altkiefern entnommen, dazu hiebsreife Kirschen, Ahorne und Buchen. Ziel der Massnahme war es, die Kiefern und die hiebsreifen Laubbäume vor einer gänzlichen Entwertung zu nutzen, gleichzeitig die noch guten Buchen zu fördern und auf der ganzen Fläche eine natürliche Ansamung junger Bäume zu bekommen.

Die noch vorhandenen hiebsreifen Kiefern und die qualitativ schlechten Buchen sollen, nachdem die Verjüngung Fuss gefasst und der Altbestand sich nach dem erfolgten Hieb wieder gefestigt hat, in einem nächsten Durchgang in 2 bis 5 Jahren entnommen werden.


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